Die Energie des inneren Kindes

Kind und Erwachsene

Gibt es überhaupt einen Unterschied?

In der heutigen Welt wird unterschieden zwischen Mann und Frau, Bäcker und Koch oder Single und Ehefrau. Aber in Wirklichkeit gibt es keinen Unterschied, wir sind alle gleich, selbst zwischen Mann und Frau gibt es nur einen kleinen genetischen Unterschied, doch im Grunde unseres Herzens sind wir absolut gleich. Das wurde im Zuge der Emanzipation in der westlichen Welt anerkannt, die Frau ist gleich dem Mann, nicht weniger wert sondern ebenso viel. Noch immer kämpfen wir gegen dieses Vorurteil, noch immer verdienen Frauen weniger als Männer, doch im Grunde ist es, zumindest im deutschsprachigen Raum, akzeptiert.

Jetzt bringe ich eine neue These ins Spiel, die viele Menschen überraschen wird: Es gibt auch keinen Unterschied zwischen Kind und Erwachsenen. Einzig die sexuelle Komponente die wir im Laufe unseres Lebens hinzubekommen und der heranwachsende Körper unterscheidet uns. Sonst sind wir gleich, nicht weniger wert, nicht größer oder kleiner als andere Menschen. Denn jedes Kind dass auf diese Erde kommt ist perfekt, eine Persönlichkeit die alles was es für das Leben benötigt schon mitbringt. Wer einmal ein kleines Kind längere Zeit beobachtet hat wird mir zustimmen. Sie bringen ihre ganz eigenen Eigenschaften, ihre ganz eigenen Themen und jedes ist absolut einzigartig. Doch sind sie schon perfekt und ausgereift.

Bislang waren wir der Meinung, ein Kind kommt unfertig auf die Welt und müsste erst von uns geformt werden. Inzwischen gibt es tolle Bewegungen, wie das Attachment Parenting, die Unerzogen-Communities und die Freilerner. Diese Eltern haben erkannt, dass ihr Kind bereits perfekt ist, es will nicht von uns erzogen werden – bereits dieses Wort erklärt ja schon alles: Es will nicht von uns irgendwohin gezogen werden, sondern sein ganz eigenes Ich herausbilden. Schön, dass es immer mehr Eltern gibt, die dies zulassen können.

Doch genau diese Eltern bemerken auch, dass unsere gängigen Erziehungsmuster nicht mehr greifen und stellen fest, dass ihre Kinder sehr sehr selbstbewusst aufwachsen. Ja, sie blühen richtig auf und beginnen uns unsere eigenen Themen zu zeigen. Von diesen Kindern geht ein ganz besonderer Zauber aus, sie bringen ein ganz besonderes Strahlen mit auf diese Erde. Sie berühren uns tief in unserem innersten Kern. Denn genau das sind wir, wir sind dieses Kind, wir sind dieses Strahlen, diese Freude, diese Lebendigkeit. Wir haben es einfach nur vergessen. Soviele Jahre des er-ziehens in eine andere Richtung als die unsere haben uns von unserem innersten Kern abschneiden lassen, so viele Jahre des nicht mit mir selbst verbunden seins, haben mich vergessen lassen wer ich wirklich bin.

Die Freude am Sein

Kinder sind einfach – aus der puren Lust am Leben

Die Eigenschaft, die Kinder von Erwachsenen unterscheidet ist das Sein. Sie sind einfach, aus der einen Freude des Lebens.

Eines der uns am schlimmsten antrainierten Muster und eines der Hauptgründe, dass wir nicht mehr aus der Freude kreieren, ist unser Zwang zum Handeln. Gerade wir Erwachsenen in der westlichen Welt wurden zum Tun erzogen. Dabei ist es das „Sein“, dass sich einfach treiben lassen, ohne Zweck und Sinn, eines der wertvollsten Erfahrungen, die wir so kaum mehr kennen.

Ich nehme mich selbst nicht heraus, schließlich sitze ich hier gerade und schreibe für Dich. Und doch ist es so, dass dieses Tun aus einem anderen Antrieb heraus entsteht. Ich fühle mich nicht verpflichtet es zu tun, ich schreibe es weder um Geld damit zu verdienen, noch um Menschen damit zu belehren. Es ist ein Wissen in mir, dass mit aller Wucht nach Aussen drängt und dass ich einfach hier niederschreibe. Dieses Schreiben kostet mich keine Energie, es raubt mir keine Zeit sondern es schenkt mir etwas. Es schenkt mir Kraft und Liebe, die nur aus etwas entstehen kann, dass ich wirklich aus Freude und einem inneren Antrieb schaffe.

Doch die meisten Tätigkeiten die wir Menschen verrichten entstehen nicht aus der Freude und auch nicht aus einem inneren Antrieb, sondern sie wurden uns von Außen aufgesetzt. Sei es nun direkt durch unseren Chef, der uns sagt was wir zu tun haben oder durch Muster die sich über viele Jahre in unser Denken eingeprägt haben. Bestes Beispiel ist die berühmte Klassenarbeit mit der uns antrainiert wurde genau auf dieses Ereignis zu lernen und ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen. Es gibt noch viel mehr solcher Prägungen die unser Leben auf ganz unbewusste Art und Weise lenken. Diese Prägungen und Glaubensmuster sind eines der Hauptpfeiler dieses Buches.

Die meisten unserer Tätigkeiten verrichten wir nicht für uns, wie z.B. Geschirr spülen um später von einem sauberen Teller essen zu können, sondern wir tun sie für unsere Eltern, für unsere Nachbarn, Freunde oder den Staat. Aus Angst davor bewertet oder gar bestraft zu werden.

Wenn Du mir das jetzt nicht glaubst, dann frage ich Dich warum kehrst Du in Deiner Einfahrt im Herbst die Blätter weg? Oder räumst im Winter den Schnee von den Gehwegen? Warum putzt Du Deine Wohnung wenn Besuch kommt oder warum bedankst Du Dich an der Kasse bei der Kassiererin? Die meisten dieser Aufgaben kommen nicht aus einem inneren Antrieb, auch wenn Dir das vielleicht im ersten Moment so erscheint, sondern daher dass wir gefallen wollen, ganz unbewusst über viele Jahre in unserem Körper gespeichert.

Wir arbeiten, viele nur mit einem Zweck, um in der Rente endlich das Leben und ihre Enkelkinder genießen zu können. Doch das Leben ist jetzt, in diesem Moment. Und genau das ist es, was Kinder leben.

Wozu Kinder wirklich hier sind

Sie sind unsere größten Gurus

Bislang haben wir geglaubt ein Kind kommt auf die Erde um unser Erbe anzutreten, um die Fortpflanzung der Menschheit zu sichern. Ja im Grunde wissen wir eigentlich nicht einmal, warum wir alle Kinder bekommen. Schließlich ist es ja oft auch anstrengend mit Kindern zu leben, aber trotzdem wünschen wir sie uns so sehr in unser Leben.

Eine Welt ohne Kinder unvorstellbar und doch leben wir bereits in einer Welt, in der die Kinder ab einem Jahr weggesperrt werden und nur am Wochenende oder in den Ferien heraus kommen. So wie wir selbst, wir leben uns ja auch erst wirklich zu diesen Zeiten.

Kinder sind hier um uns zu erinnern. Sie sind ein Teil von uns, der auf die Erde gekommen ist um uns daran zu erinnern, wer wir wirklich sind. Wenn Du Dein Kind, falls Du eines hast, mal richtig beobachtest wirst Du feststellen, dass es sich immer vollkommen similiar zu Dir verhält. Geht es Dir heute nicht gut, geht es deinem Kind ebenfalls nicht gut, bist Du heute kreativ, so ist es Dein Kind auch, sitzt Du heute den ganzen Tag vor dem Computer so tut es Dein Kind auch und hast Du gerade Freude, so hat es Dein Kind auch.

Die Kinder sind tatsächlich einfach ähnlich einer Projektion unseres inneren Kindes, das noch in uns schlummert, in dieser Welt. Nichts anderes ist ihre Aufgabe, uns zu zeigen wer wir wirklich sind, uns einen Spiegel vorzuhalten und uns zu helfen zu erkennen, dass wir alle eins sind. Wenn Du Deinem Kind lange und tief in die Augen blickst, dann kannst Du Dich selbst darin erkennen.

Aber das wundervolle ist, dass wir sie in den Arm nehmen können, liebkosen und wertschätzen – ihnen Liebe geben. Hier sind nicht wir die bedürftigen, sondern die, die Liebe schenken, die halten, die die Großen sind. So lernen wir auch nach und nach uns Selbst zu halten, unser inneres Kind zu halten, ihm Liebe zu geben und für es da zu sein.

Wir können mit ihnen sein und uns von ihnen verzaubern lassen. So wie wir uns zu unserem Kind verhalten, so verhalten wir uns automatisch zu unserem inneren Kind. Die Kinder lernen von uns, wir sind ihr Vorbild. Viele Psychotherapeuten haben inzwischen herausgefunden, dass es nichts nützt ein Kind zu heilen solange den Eltern nicht geholfen wird.

Wir haben keinen Erziehungsauftrag, das Kind kommt nicht auf die Erde, damit es von uns geformt wird. Sondern es ist bereits, eine vollständige Persönlichkeit, die all seine Eigenschaften mit sich bringt. Unsere Aufgabe ist es zu begleiten, es dabei zu unterstützen dass es sich selbst leben kann

Wenn ein Kind geboren wird, dann geschieht etwas ganz wundervolles. Wir werden auf einer ganz tiefen Ebene berührt. Etwas in uns wird angesprochen, etwas das wir schon vor langer langer Zeit vergessen haben.

Es ist das Wunder das Lebens, wie wir Menschen es so schön nennen. Die Kinder symbolisieren das Leben für uns und sie sind hier um zu lernen. So wie wir alle hier auf diesem schönen Planeten sind um zu lernen. Die Kinder sind gekommen um uns zu erinnern. Kleine Engel in Menschengestalt.

Aber was ist das Leben? Was ist es an das was sie uns erinnern wollen? Eine starke Kraft in uns spürt diese Wahrheit, etwas in uns spürt diese Liebe. Es ist etwas, was kaum in Worte zu fassen ist, die Urkraft allen Seins.

Wir sind diese Urkraft unendlich stark und liebend, wir lieben und wir werden geliebt. Diese Liebe können wir uns selbst oft nicht geben, können sie oft selbst in uns nicht spüren. Erst wenn wir uns „verlieben“ dann werden wir wieder davon berührt. Die Liebe zwischen zwei Menschen ist riesig, jeder der schon einmal richtig verliebt hat, weiß wie das ist. Neben all den hormonellen Dingen passiert auch noch ein anderes Wunder, wir erinnern uns gegenseitig daran dass da Liebe ist in uns. Auch wenn wir sie in uns nicht sehen können, so können wir sie im anderen sehr gut erkennen. Das gleiche passiert dann auch wenn wir uns in unsere Kinder „verlieben“ – es geschieht ein dauerhaftes Verliebt sein.

Die deutsche Sprache bringt einige interessante Wortbausteine mit, die in der Spiritualität ein richtiger Schlüssel sein können. Die Silbe „ver-„ bedeutet ist zum Beispiel immer auf den anderen bezogen. Also bedeutet verliebt übersetzt, dass ich die Liebe in einem anderen gefunden haben. Die Silbe „be-„ hingegeben bezieht sich immer auf mich selbst. Bin ich also „be-„liebt habe ich wohl die Liebe in mir schon ein gutes Stück entdeckt.

Der große Schatz also der in der Liebe zu unseren Kindern, aber natürlich auch zu allen anderen Lebewesen dieser Erde steckt ist, dass wir durch das Verlieben in unsere Kinder auch uns selbst belieben können. Dazu erfordert es aber einen achtsamen Umgang mit uns und unseren Kindern.

Vor allem aber können wir unseren eigenen Kindern diese bedingungslose Liebe entgegen bringen und dadurch, dass wir sie bedingungslos lieben, können wir auch uns selbst wieder bedingungslos lieben, denn sie sind nichts anderes als ein Teil von uns.

Sie sind hier um uns zu erinnern, zum einen eben an unser Selbst, an das was wir wirkt.

Sie sind hier um uns zu erinnern

Entdecke die Schönheit der Welt

Sie sind hier um uns zu erinnern, zum einen eben an unser Selbst, an das was wir wirklich sind und natürlich auch an all das was wirklich wichtig ist im Leben. Wer sich schon einmal ein paar Stunden intensiver mit seinen Kindern auseinander gesetzt hat, der wird sofort wissen was ich meine. Sie zeigen uns all die Schönheit der Welt, sie zeigen uns aber auch die Schönheit in uns selbst. Sie zeigen uns, wie wundervoll es ist, all die Schönheit auf dieser Erde zu entdecken und von ihr zu lernen.

Wenn wir in einen wirklich achtsamen Umgang mit den Kindern treten, dann können wir uns von Ihnen mitnehmen lassen. Mitnehmen auf eine Reise zu uns selbst aber auch zu all den Schönheiten die die Erde für uns bereithält. Kinder haben die Gabe, wenn wir sie frei entfalten lassen, in allem das Wunder des Lebens zu erkennen, in jedem Schmetterling, jeder Ameise, im Vogel, in der Blume oder auch in einem Bagger. Stell Dich nur einmal eine halbe Stunde mit einem Kleinkind an eine Baustelle und Du weißt wovon ich schreibe. Damit sie sich diese natürliche Neugierde und Freude am Leben behalten bedarf es einer wirklichen Begleitung von uns Erwachsenen.

Wir dürfen uns verabschieden von einem Erziehen – denn das sagt ja schon das Wort – wir ziehen das Kind in eine Richtung die ihm nicht entspricht. Hin zu seiner männlichen Seite, weg von seinem wahren Selbst.

Ein Kind kommt zwar mit einem bestimmten Geschlecht auf die Welt, doch identifiziert es sich nicht damit. Wir alle tragen einen männlichen und einen weiblichen Teil in uns. Wir haben sowohl eine männliche, als auch einen weiblichen Anteil in uns. Der weibliche ist die Hingabe an das Leben, die Kreativität, das Sein. Der männliche hingegen ist bestimmend, er kommt ins Tun und gibt uns die nötige Kraft unsere Pläne in die Wirklichkeit umzusetzen. Wirklich ausgewogen können wir nur leben, wenn wir beide Teile in uns annehmen, wenn wir beide Anteile gleich leben.

Während wir in unserem Erwachsenenleben oft nur die eine Seite leben, aber nicht wie anzunehmend, die die wir im Außen repräsentieren sondern alle zu einem großen Teil die männliche Seite, leben Kinder noch beide Teile sehr präsent. Sie können ihre Kreativität und ihr Tun noch wundervoll miteinander kombinieren und in der Hingabe an das Leben ganz präsent im Moment sein.

Auch leben sie weder in der Zukunft, noch in der Vergangenheit sondern absolut präsent im Moment. Mit einer Hingabe an diesen, die uns eigentlich ins Staunen versetzen sollte.

All das sind so wertvolle Gaben, die sie uns mit in dieses Leben bringen. Einfach durch Beobabachten und mit ihnen Sein, durch vergessen unseres Erziehungsauftrags, können wir all die Schönheit des Lebens durch ihre Augen sehen. Aber sie spiegeln uns auch unmissverständlich und sofort, wenn es uns einmal nicht gut geht, wenn wir ein Problem mit uns tragen oder etwas nicht ansehen wollen. Sie sind unsere größten Gurus.

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Wie Kinder wirklich lernen

Spielen und lernen sind gleich

So wenig wissen wir derzeit darüber wie Kinder wirklich lernen und wirklich spielen. Der Grund liegt ganz einfach darin, dass wir sie in frühester Kindheit in Einrichtungen stecken, die davon ausgehen, dass den Kindern etwas beigebracht werden müsste, die meinen sie erziehen zu müssen, dabei ist die Grundessenz eines jeden Kindes das Spiel.

Ja ich gehe sogar noch weiter, ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass auch die Grundessenz von uns Erwachsenen das Spiel ist und wir deshalb so unglücklich sind, weil wir nicht mehr kreativ spielen können und vor allem dürfen.

Wenn wir uns Urvölker ansehen, so gibt es dort oft Versammlungen, gemeinsames Trommeln und Tanzen, was auch Ausdruck unserer Kreativität, unserer Freude ist. Für mich liegt die Kreativität in absolutem Zusammenhang mit der Freude, kann ich mich kreativ ausdrücken und aus meiner Kreativität schöpfen, so bin ich automatisch mit mir und meiner Freude verbunden.

Das ist es was Kinder den ganzen Tag tun, denn das Spiel ist nichts anderes wie ein kreativer Ausdruck der Freude. Dabei ist es völlig egal, ob die Kinder hier nun für uns ein wildes Spiel betreiben, herzlich lachen oder in sich ruhend, ganz konzentriert einer Aufgabe folgen. Die Freude hat viele Gesichter, doch ist sie eigentlich der Ausdruck unserer inneren Zufriedenheit – selbst wenn ich nach Außen nicht lächle, so kann ich doch in einer tiefen Freude sein.

Das ist deshalb so wichtig zu wissen, da wir Kinder oft in ihrer Freude des Spiels unterdrücken, wir meinen es wäre zu wild oder gar nicht zielführend genug. Erwachsene greifen viel zu oft in das Spiel der Kinder ein, anstatt sie wirklich sich selbst erforschen zu lassen. Gründe dafür gibt es viele: „Mach Dich nicht schmutzig“ „Sei leise, damit Du niemanden störst“ „Gib auf die anderen Kinder acht“ „Das macht man nicht“. Schon sehr früh hören Kinder von uns diese Worte und wir beginnen ihren natürlichen Spieltrieb zu unterdrücken. Natürlich nur aus gutgemeinten Ratschlägen oder um uns selbst zu schützen.

Lernbeispiel

ich saß neulich am Pool und habe meinem Sohn bei seinem Spiel im Wasser zugesehen. Er hatte einen Spielzeugeimer und hat damit im Wasser geschöpft. Zwei andere Kinder waren ebenfalls im Pool und haben ruhig vor sich hingespielt. Vorweg gesagt, es war ein sehr warmer Tag und das Wasser der einzige Ort an dem man es wirklich aushalten konnte. Von einer Minute auf der anderen füllte Felix seinen Eimer mit Wasser und hat ihm dem anderen Kind über den Kopf geschüttet.

Ich war entsetzt, ehrlich und konnte mir ausnahmsweise sein Verhalten beim besten Willen nicht erklären! Der andere Junge hatte ganz still für sich alleine gespielt. Aus einer alten Gewohnheit heraus habe ich Felix erstmal ermahnt, dass er das doch nicht machen kann (ja, ja, ich weiß pädagogisch und so) und dann aber gefragt warum er das gemacht hat. Und er meinte nur „Wasserschlacht!“ – der andere Junge, der immer noch sehr perplex da stand, aber nicht weinte sondern einfach nur verdutzt guckte, hat gegrinst, sich auch einen Eimer geholt und ihn Felix über den Kopf geschüttet. Und auf einmal standen die beiden voll Freude im Wasser und haben sich gegenseitig mit Wasser bespritzt. Das dritte Kind ist auch noch mit eingestiegen und alle haben dabei die ganze Zeit „Wasserschlacht!“ geschrien.

So wurde aus einem für mich absolut unerklärlichen Phänomen eine lustige Spaßaktion, bei der Felix sich mit den beiden, für ihn bis dahin fremden, Kindern angefreundet hat.

Das ist es, was den Unterschied macht. In früheren Generationen hätte ich als gewissenhafte Mutter mein Kind aus dem Pool holen müssen, ihn schimpfen, dass er ein ungezogener Junge sei und ihm die nächsten drei Tage Pool verbieten. Das wiederum hätte meinen Sohn stark geprägt und er würde sich als Information abspeichern „Immer wenn ich versuche mit anderen Kindern Spaß zu haben und Kontakte zu knüpfen, werde ich bestraft!“.

Kinder sind immer im Vertrauen

Hilf mir es selbst zu tun

Wenn man die Kinder beobachtet, wird man feststellen, sie halten sich manchmal für unsterblich – das sind sie ja genau genommen auch – und stürzen sich in die wildesten Abenteuer. Während wir Eltern dann oft einschreiten, aus Angst um unsere Kinder, ich nehme da wie immer nicht raus, haben die Kinder eigentlich eine Grenze eingebaut. So wie wir nie aus einem Fenster springen oder fallen würden, so tun es die Kinder im Normalfall auch nicht. Im Normalfall haben sie diese natürliche Hürde und wissen wo ihre körperlichen Grenzen sind. Mit Normalfall meine ich die Kinder, die noch nicht von ihren Eltern in das Drama des Lebens eingebaut wurden.

In „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück: gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit „ beschreibt Jean Liedloff wie selbst die kleinsten Kinder eines Indigenen Volkes um ein tiefes Loch gespielt haben ohne hinein zu fallen.

Auch hier ist es wieder so, dass die meisten westlichen Kinder – und somit auch wir Erwachsene – den Kontakt zu ihrer natürlichen Grenze verloren haben. Wir trauen unseren Kindern nichts mehr zu, wir trauen ihnen nicht zu auf Bäume zu klettern ohne dass sie herunterfallen könnten, wir trauen ihnen nicht zu, dass selbst die kleinsten Wege alleine nach Hause gehen können ohne dass ihnen etwas zu stößt. Wir nehmen ihnen die kleinsten arbeiten ab, tragen ihnen ihr Essen hinterher und kümmern uns um all ihre Probleme ohne gefragt zu werden.

Doch das ist es was ein großer Eingriff in die kindliche Entwicklung ist, damit rauben wir ihnen das Vertrauen in sich selbst, das so wichtige „Ich kann das alleine!“. Sie geben auf und resignieren, lassen sich in der Welt der Erwachsenen bedienen und verlieren dass Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Als Erwachsene haben wir dann unsere Mühe damit diese Lücke wieder zu schließen. Dabei übersehen wir etwas, was so offensichtlich ist. Doch können wir es nicht mehr sehen, weil kaum noch jemand wirklich freie Kinder kennt.

Was Intelligenz wirklich ist

Jedes Kind ist hochbegabt

Meine Beobachtung ist, dass intelligenz, sofern es so etwas überhaupt gibt, nichts aber rein gar nichts mit Lernen oder Auffassungsgabe zu tun hat, sondern rein aus dem Herzen kommt. Wenn ein Kind sich sicher und getragen fühlt, dann entwickelt es eine tiefe, emotionale Intelligenz aus sich heraus.

Das ist die Verbindung zu unserem innersten Kern, dort sind wir angebunden an ein größeres Wissen, an das kollektive wissen. Aus diesen können wir schöpfen und in diesem ist alles enthalten was wir wissen müssen. Desto mehr wir unser Innerstes befreien, desto intelligenter werden wir. Intelligenz hat für mich nichts mit Wissen zu tun, Intelligenz ist das Schöpfen aus unserem Urzustand.

Je mehr ein Kind gehalten und geliebt ist, desto mehr es sich verlassen kann auf die Menschen in seiner Umgebung aus einer geschützten Umgebung heraus wachsen darf desto intelligenter ist es. Die Erklärung dafür ist ganz einfach: Das Kind kann sich frei entfalten und muss seinen Geist nicht dafür verwenden Muster zu entwickeln um geliebt zu werden.

Doch Lernen ist soviel mehr, als nur die theoretischen Fächer. Durch das Entdecken ihrer eigenen Kreativität und das Leben ihres eigenen Planes erhalten sich Kinder den Zugang zur Quelle und können aus diesem höheren Wissen heraus alles erlernen was sie gerade benötigen. Die Intuition, die Kreativität aus unserem innersten heraus, der Zugang zu unserer Intuition, das ist es was uns heute fehlt, was uns in der Schule hart abtrainiert wurde.

Doch für diesen Zugang zur Quelle benötigt es nicht nur das Leben der eigenen Kreativität sondern noch etwas ganz existenziell wichtiges – eine feste Bindungsperson, der sie zu 100% vertrauen können. Das ist es was den Kindern nun immer früher genommen wird. Es muss nicht zwingend Mama und Papa sein, doch gerade in den ersten Lebensjahren ist eine feste und vertrauensvolle Bindung zum Elternhaus das was unseren Kindern Wurzeln bindet. Mama und Papa sind immer für mich da, wenn ich sie brauche. Ich kann meine eigenen Schritte nach Außen gehen, gestärkt im Rücken von Menschen die hinter mir stehen. Das Wissen um diese Bindung ermöglicht es den Kindern sich frei zu entfalten. Denn haben sie diese feste Bezugsperson nicht, dieses Ur-vertrauen, dass immer alles gut ist, dann ist ihr Organismus permanent damit beschäftigt danach zu suchen und kann sich nicht mehr vertrauensvoll mit der Quelle verbinden.

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